UW-Sanierung Stahlschiff

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Unsere Adena, eine Norman 40 Stahlyacht (12 m x 4 m), ist ein niederländischer Werftbau aus 1993. Nach Angaben des Voreigners wurde das UW-Schiff 2004 neu aufgebaut. Trotzdem flog jetzt die Farbe samt Grundierung großflächig davon. Mir war schnell klar, dass Flickwerk keine Lösung sein würde.Man sagt, ein perfekter Anstrich habe eine Standzeit von 15 Jahren. Davon war meiner weit weg und die Fehler des Voreigners wollte ich deshalb nicht wiederholen. Der hatte mit der Schruppscheibe alles blank gemacht. Das war viel zu glatt und die 1-2 Lagen 1 K-Primer (wahrscheinlich Primocon) hatten nicht gehalten. Meine Verlegung ins warme Mittelmeerwasser gab dann den Rest.

Wenn man wie ich als Elektroingenieur keine Ahnung von Farben hat, muss man sich das Know-How besorgen. Ich recherchierte ausführlich und führte Gespräche mit ausgewiesenen Fachleuten bei Werften.

Zunächst musste die alte Farbe vollständig weg. Das geht nur mit Sandstrahlen, ist also eine Aufgabe für einen Fachbetrieb. In Deutschland würde das je nach Standortmöglichkeiten zwischen 1500 und 3000 € kosten, hatte man mir gesagt. In Cala Dor habe ich 2550 € dafür bezahlt. Angesichts 76 Sack á 10 kg Alusilikatkorn, die man dafür brauchte, fand ich das fair.

Für einen sicheren Korrosionsschutz hat die Grundierung absolut dampfdicht zu sein. Die sichere Sperrung des Stahls gegen O2 und Wasser wird heute mit 2-Komponenten Anstrichen erzeugt. Nach dem Strahlen muss sofort mit dem Farbaufbau begonnen werden. Sofort meint wirklich sofort und nicht am nächsten Tag. Als ersten Anstrich habe ich Sika-Zink-Color aufgebracht. Die Farbe muss mit einer Kurzflorrolle (lösemittelfest) richtig einmassiert werden. Der Stahl saugte die Farbe im wahrsten Sinne des Wortes auf. Ich verbrauchte 26 kg.

Danach hat man mehr Zeit. Einige Unebenheiten habe ich mit angedicktem West-System-Epoxy gespachtelt und danach 6 Lagen Sika-Poxy-Color (1 x sw, 1 x rt, usw.) aufgebracht. Das dauert seine Zeit. Zwischen den einzelnen Lagen sind Trocknungszeiten (mind. 6 h, max. 6 Wochen) einzuhalten. In der Summe ergab das eine Schichtdicke von 0,6 mm und weitere 54 kg Farbe. Darauf kann man dann direkt das Antifouling aufbringen.

Die Farbe bezog ich über eine deutsche Werft. Ich habe sie für 1300 € bekommen, man kann aber auch das Dreifache dafür zahlen. Dazu kamen noch etwa 400 € für Kleinmaterial wie Bütten, Rollgitter, hochwertige Rollen, Pinsel, Verdünner, Farbwaage, etc. Die Gesamtkosten einschließlich Lift betrugen damit knapp 5000 €.