Die Bordapotheke auf See

Jeder Segler und sonstige Freizeitskipper sollte sich Gedanken um die Sicherheit an Bord seines Schiffes machen. Hierzu gehört natürlich auch die Materialausstattung der medizinischen Notfallausrüstung, die an Bord vorhanden sein sollte.

Wichtig ist dabei zuerst die Festlegung des eigenen Fahrgebiets. Wie bei der sons­tigen Ausrüstung des Schiffs (Schärenhaken braucht man in der Karibik nicht zwin­gend) hängt auch hier die notwendige Ausrüstung von den geplanten Aktivitäten ab. Hierbei kann aber durchaus ein modularer Aufbau der medizinischen Ausrüstung sinnvoll sein.

Die Einordnung des Fahrgebiets in die Ausstattungsempfehlungen orientiert sich an der durchschnittlichen Erreichbarkeit professioneller Hilfe, die eine Weiterversorgung des Verletzten durch Behandlung oder Transport in eine Behandlungsstätte über­nimmt. Hierbei ist natürlich zu berücksichtigen, dass es immer einige Orte gibt, die Grenzfälle darstellen. So ist der Rettungsdienst wenn man 2 Kabellängen vor Darßer Ort einen Notfall hat, nicht zwingend in wenigen Minuten vor Ort. Derzeit liegt der SRK der DGzRS in Barhöft und benötigt ca. eine Stunde bis zum Einsatzort, obwohl man eigentlich zu Fuß an Land gehen könnte.

 

Als Klassifizierung hat sich die folgende Einteilung als praktikabel erwiesen:

 

Binnen (Beispiel: Zuidersee, Steinhuder Meer, Bodensee etc.)
Gekennzeichnet durch sehr schnelle Erreichbarkeit medizinischer Hilfe (i. d. R. <1 h), direkte Alarmierung des örtlichen Rettungsdienstes via Handy, schnelles Errei­chen der Küste, oft auch lokale seegebundene Helfer (DLRG, DRK, KNMR).
Alarmierung: Handy, Funk, Notsignale

 

Küstennahe Fahrt (Beispiel Ostsee ca. 30 sm)
Gekennzeichnet durch relativ schnelle Erreichbarkeit medizinischer Hilfe (durch das Anlaufen von Häfen oder durch seegebundene Retter (Küstenwache, DGzRS) oder das Abbergen vom Boot. Möglicherweise mehrere Stunden (ca. drei) bis zum Errei­chen von Hilfe.
Alarmierung: (Handy), Funk, Notsignale

 

Große Fahrt (Beispiel Atlantik mehr als 30 Seemeilen von der Küste entfernt)
Gekennzeichnet durch schlechte bis keine Erreichbarkeit medizinischer Hilfe. Man ist auf sich allein gestellt. Medizinische Beratung über vorhandene Kommunikati­onsmittel erforderlich (TMAS, MRCC). Abbergung in der Regel nur unter großem logistischem Aufwand und nach langer Zeitspanne möglich.
Alarmierung: Funk (Kurzwellenfunk, Satellitentelefon), Notsignale

Nach Einordnung in die entsprechende Kategorie kann man dann an die Ausrüstung des eigenen Schiffs oder der Charteryacht gehen.

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Binnenfahrt

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Küstenfahrt

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Große Fahrt

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